26. April 2011

Hallo zusammen, da sind wir nach einigen Tagen mal wieder. Wir konnten uns leider nicht frueher auf Grund fehlender oder aber aeuszerst mangelhafter Technik melden. Bei uns ist nach wie vor alles bestens und wir sind derzeit wieder auf den schoenen Campingplatz bei Marrakesch. Allerdings scheinen Franzosen und Spanier die Osterferien dazu zu nutzen, mal kurz nach Marrakesch rueber zu setzen, da der Platz jetzt deutlich voller als noch vor drei Wochen ist.

Wir sind von der ehemaligen Saharaprovinz Sidi Ifni zunaechst in Richtung Anti-Atlas aufgebrochen. Dort haben wir zwei Tage in Ait Baha verbracht, einer kleinen Stadt mit einem wirklich sehr huebschen und guenstigen Hotel. Einen Tag haben wir wieder dazu genutzt, die naehere Umgebung kennen zu lernen. Der Reisefuehrer, der diese Gegend als die schoenste Marokkos bezeichnete, hat wirklich nicht gelogen. Ein Traum von Landschaft, dazu aeuszerst schmale und zum Teil schlecht asphaltierte Straszen. Das hat als Motorradfahrer allerdings den Vorteil, dass man wirklich alleine unterwegs ist, sieht man von ein paar berittenen Eseln und Eselfuhrwerken einmal ab.

 

Bei unserem Ausflug hatten wir allerdings mit etwas ueber 10 Grad, gut 30 Grad weniger, als einige Tage zuvor in der Wueste. Von daher steht diese Tour bei uns unter dem Motto "mit der Griffheizung und Thermoshirt durch den "Anti-Atlas". Aber es war trotzdem schoen und der heisze "The de la Ment", auch Berberwhisky genannt, schmeckte umso besser. Deutschen Hopfenbluetentee gab es in der alkoholfreien Stadt nicht.

Von Ait Baha sind wir dann ueber Seitenstraszen weiter durch den wunderschoenen Anti-Atlas, ueber Taroudant, Irherm (leckere Tajine zum Mittag ) nach Taliouine.

 

Ein wirklich schoenes Tier ( das im Vordergrund )

Dort haben wir wieder in einem tollen Hotel uebernachtet, der Inhaber sprach sogar etwas deutsch. Auch hier haben wir wieder zwei Tage verbracht.

Der zweite Tag war der besagte Ostermontag. Wir wollten wie gewohnt die naehere Umgebung ueber nette Seitenstraszen, auch gerne nicht aspaltiert (Piste) erkunden. Wir griffen wie so oft zum Reisefuehrer und haben uns eine Strecke durch das Gebirge nach Anezal ausgeguckt. Durch tolle Schluchten, atemberaubende Landschaften und und und sollte es gehen und ging es zum Teil auch.

Hier war noch alles schoen....

 

 

Um es vorweg zu nehmen, wir haben die Tour nach etwas mehr als die Haelfte abgebrochen.

Wir sind an diesem Tag 121 Kilometer gefahren, das ist nicht viel, zumal ca. 90 Kilometer davon guter Asphalt war und durch teilweise vorher genannte Landschaft ging. Wir haben insgesamt 13 Stunden gebraucht. Nach ca. 45 Kilometern hoerte der Asphalt in einem Bergdorf wie beschrieben auf und ging mitten auf dem Marktplatz in Piste ueber. Die einheimische Bevoelkerung hat uns angeschaut wie Auszerirdische, als wir die Piste Richtung Anezal einschlugen ( Hat uns aber nicht weiter verwundert, da sie das meistens tat, wenn sie uns gesehen haben). Man sollte wissen, wir befanden uns weiter auf einer offiziell und in der Michelinkarte verzeichneten Strasze mit der Bezeichnung P1702.

Hier war es auch noch schoen, nur die P 1702 nicht mehr so......

Wir befinden uns im Gebirge immer zwischen 1500 und 2500 Metern hoch, rechts und links der "Strasze" entweder Abhang, teilweise mehrere hundert Meter tief, atemberaubende Landschaft halt, oder riesige Felswaende, Schluchten halt.

Die "Strasze" war ein voellig ausgespuelter Eselspfad, mit teilweise weniger als 30 Zentimeter Fahrspur, dazwischen Medizinball grosze Felsbrocken, umspuelt von einem Gebirgsbach.

Manchmal war diese "Strasze" auch ploetzlich weg und es waren nur besagte Felsen und Wasser dort. Wir sind dann meist zu Fusz einige hundert Meter vor, um die Strecke und einen moeglichen Fahrweg zu erkunden.

(Mal schaun, was nach dem Huegel kommt, bevor wir die Moppeds nicht mehr abstellen koennen........)

 

Dann ist immer einer "gefahren" und der andere hat daneben abgesichert. Diese Piste sollte sich nach wenigen Kilometern in eine gut zu fahrende Piste verwandeln. Dumm nur, dasz wir fuer die ersten 1,5 Kilometer schon drei Stunden gebraucht haben.

 

(Hier ging es gerade noch.....)

(Es wurde nicht besser .....)

(Das ist die Strasze P 1702 in Marokko und das war wirklich richtig steil ...)

Als wir dann laut Reisefuehrer das allerschlimmste hinter uns hatten, (dieser sprach uebringens nur von steiniger Piste - von wegen pfft-), kam uns ein franzoesischer Gelaendewagenfahrer entgegen, der uns wild winkend zum Stehen bleiben zwang. (Kunststueck bei nicht mal Schrittgeschwindigkeit) Er teilte uns freundlicherweise mit, dasz ca 5 Kilometer weiter gar nichts mehr ging und die "Strasze" voellig fehlte. Nach kurzer Ueberlegung, mussten wir dann mittlerweile voellig erschoepft, den Rueckweg antreten.

 

(Das letzte Foto bevor wir Kehrt machten, danach fehlte uns Kraft, Lust und Zeit um weitere Fotos zu machen.)

Wie gehabt, zunaechst Spur erkunden, einer balanciert das Motorrad, der andere sichert. Diesmal nur alles teilweise recht steil bergab. O.K. einige Schoenheitsreparaturen sind jetzt faellig. Vor lauter Erschoepfung waren die Motorraeder jeweils einmal nicht zu halten. Aber auszer Kratzer an den Koffern, eine gebrochene Kofferhalterung und ein Bremshebel, sowie lose Spiegel ist alles heile geblieben. Vor allem unsere Knochen! Wir wollten ja einges probieren, und das haben wir getan. Wir wissen jetzt, was alles mit unseren Motorraedern geht und das ist sehr viel, wir wissen jetzt aber auch, was nicht geht. Allerdings konnten wir zur Entschaedigung auf dem Rueckweg, auf dem asphaltierten Stueck, einen der geilsten Sonnenuntergaenge beobachten die es gibt. Hoch im Anti-Atlas und die Sonne geht ueber den schneebedeckten Hohen Atlas unter. Anschlieszend noch sternenklarer Himmel. Voellig im Arsch und Motorradfahrerromantik, da hatte ich (Piet) auch echt was fuer ueber  .

Unser Hotelwirt war auf jeden Fall froh, dasz wir im Stockfinsteren wieder heil ankamen und hat uns sofort ein wirklich geiles Essen, mit Safranreis und Fleisch und Gemuese und Suppe und Kaffe und Tee ......  aber wieder ohne Alkohol ..... bereitet. Das war wirklich ne Wucht und das zu nem Preis da bekommt man zu Hause Currywurst mit Pommes fuer.

Heute sind wir dann mit reichlich Muskelkater und dem ein oder anderen blauen Fleck wieder nach Marrakesch und zwar ueber den Tiz'n Test gefahren. Wer aufmerksam war weisz, dass wir diesen Pass auf der Hinfahrt bereits mit zwei Anlaeufen versucht haben zu ueberqueren. Das ist uns jedoch wegen mehrer Erdrutsche und Steinlawinen nicht gelungen. Diesmal haben wir es von hinten versucht, sind ueber den Sueden ran und ZACK, bevor er es bemerkte hatte, hatten wir ihn bestiegen. Ein wahrhafter Traumpass fuer den Motorradfahrer, ca. 130 Kilometer Kurven, auf und ab, super Aussichten und zumindest auf zweidrittel der Strecke fast keinen Verkehr. Allerdings auch hier ein sehr schmales und ausgefranstes Asphaltband.

( südliche Seite )

( oben )

( nördliche Seite )

In zwei Tagen geht es dann von hier weiter in den Norden, vermutlich nach Azrou.

 

Hallo zusammen vielen Dank fuer die wieder so reichlichen Gruesze, wollten uns kurz melden, und Euch allen mitteilen, dass es uns gut geht. Waren zwar bis zum Tag des Anschlags in Marrakesch, allerdings sind wir gegen Mittag vom Campingplatz in Richtung Norden aufgebrochen. Wir haben erst am Abend ueber SMS vom Anschlag erfahren. Wirklich schlimm, kann aber derzeit wirklich in jeder Groszstadt mit Tourismus auf dieser Welt passieren. Wir haben bei unserem Besuch auf diesem Platz auch noch ganz unbedarft auf der Terrasse dieses Cafes gesessen und dem Treiben dort zugeschaut. Wir hoffen natuerlich, wie alle, dass die Verantwortlichen dieser tat moeglichst schnell gefasst werden, wir selbst haben kaum Einzelheiten vom Geschehen erfahren, nur Fernsehbilder, allerdings Kommentare alle auf arabisch.

( am Fährhafen in Tanger )

( da ist putzen angesagt )

Aber wir sind nun wieder gesund und munter in Europa, zur Zeit in einem schoenen Hotel in der Naehe von Tarifa. Wir wollten eigentlich erst morgen uebersetzen, da wir noch eine Runde im Norden durch das Rif-Gebirge drehen wollten, doch das schlimme Hotel von Gestern und ein Unwetter am heutigen Morgen in Form von Starkregen hat uns davon ueberzeugt bereits heute rueber zu setzen. Eigentlich ist so ein starker Regen genauso wie bei uns, man schaut nach oben, da sind viele Wolken und es gieszt wie aus Kuebeln. Dann schaut man nach unten auf die Strasze und dann ist alles anders als bei uns, denn da ist keine Strasze mehr, sondern eher so etwas wie ein See. Kanalisation naemlich meist Fehlanzeige, den Straszenverlauf kann man nur erahnen. Also am besten warten, bis einheimisches Auto kommt, das vor einem her faehrt, das zeigt einem den Straszenverlauf und je nach Neigung des Fahrzeugs auch gleich die sehr tiefen Schlagloecher. Das Wasser steht manchmal dann auch recht hoch, wenn man bedenkt, wenn Piet mit der doch recht 'hochhackigen' Adventure nasse Fuesze bekommt, obwohl diese auf den Fuszrasten stehen. Da kann man sich ja mal vorstellen, wo das Wasser bei Jutta stand  .

Wir werden jetzt die naechsten Tage Andalusien und Portugal unsicher machen und uns dabei immer weiter in Richtung Norden, also Heimat bewegen. In einigen Tagen koennt Ihr uns vielleicht noch nicht sehen aber eventuell schon riechen   . Also immer schoen die Nase aus dem Fenster halten.

Leider koennen wir von diesem PC keine Fotos hoch laden, wird aber sobald moeglich nachgeholt.

30.April 2011

Guten Morgaeaeaehhhn

Nach der langen und anstrengenden Fahrt am gestrigen Tag haben wir heute erst einmal ausgeschlafen. Leider sieht die Wetterprognose fuer Andalusien und Portugal alles andere als gut aus. Wir gehen hier im Regen unter, und da haben wir beschlossen nicht mit zu gehen. Wir aendern unseren Plan und fahren Richtung Suedfrankreich, da scheint auf der Wetterkarte die Sonne. Also rein in die klammen Klamotten und los, wir melden uns. Frau Garmin bekommt jetzt den Auftrag zum Grand Canon Du Verdon die schnellste Strecke unter Vermeidung von Autobahnen zu suchen, dann schauen wir mal was sie kann. Ergebnis wird nachberichtet............

 

 

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