Marokkos Sueden

 

10. April 2011

Wir sind nun seit drei Tagen in Ouarzazate und werden Morgen weiter in den Osten nach Goulmima fahren und uns dort fuer einige Tage einen netten Campingplatz suchen.

Vorgestern haben wir eine Rundreise wieder ins Atlasgebirge hinein gemacht und die beiden wirklich sehenswerten Kasbahs "Telouet" und "Ait Benhaddou" besucht.

 

Leztere hat schon fuer allerlei Filme als Kullisse herhalten muessen. (Gladiator, Skorpion King, Jagd auf dem Juwel vom Nil, Koenigreich der Himmel....) Es war auch das erste Mal im gesamten Urlaub, dasz wir mal mehrere andere Motorradfahrer sahen, uebrigens fast alle mit "GS" und "GS Adventure"   Sind halt wirklich GS-Straszen hier, teilweise herrlich schlecht und viele Schotterpisten.

Gestern haben wir dann erst mal nur einen Teil von Achims Tip beherzigt und haben eine Kasbah und Kurventour in das Dadestal gemacht. Die Rundreise folgt dann vom naechsten Halt aus. Es ist schon fast mueszig zu erwaehnen, dasz wir unterwegs wieder hervorragend gespeist haben.  Fuer die Beschreibung der Fahrt gehen einem mittlerweile die Superlativen aus. Die meisten Worte die wir ueber unsere Gegensprechanlage in unseren Helmen hoeren sind "Hammer" und "Wahnsinn" und hin und wieder mal ein "Wow".

 

Aber erwaehnenswert ist auf jeden Fall, dasz wir gestern unsere erste wild lebende Dromedarfamilie gesehen haben.

 

(Liebe Heike, ich muss noch einmal kurz auf deinen Gaestebucheintrag zurueckkommen, den Du kurz vor unserer Reise gemacht hast. Habe bitte keine Angst, es ist wirklich noch nichts entschieden. Die Verhandlungen laufen noch. Grusz Piet.  )

Dies scheint auch hier recht ungewoehnlich, da selbst einheimische Autofahrer in die Eisen gingen, um ein Foto zu machen. Als Belohnung fuer den wirklich anstrengenden Tag (wir haben mittlerweile bis zu 39 Grad hier) haben wir am Abend in einem wirklich tollen Restaurant auf der Dachterrasse gespeist. (Scheisze -ups- war das lecker, mit einheimischen Wein)

Heute haben wir dann die beiden Filmstudios besichtigt, die vor den Toren von Ouarzazate liegen. Beide wirklich sehr interessant mit vielen tollen Requisiten und Kulissen.

Schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass alles nur Styrorpor, Gips und Pappe ist.

13. April 2011

Heute haben wir ein neues Quartier bezogen, wir befinden uns nun in Merzouga, wenige Kilometer vor der algerischen Grenze direkt vor den groszen Sandduenen der marokkanischen Sahara. Es ist unbeschreiblich toll hier. Wir haben eine tolle Unterkunft fuer kleines Geld Namens "Auberge La Source". Hassan, einer der Brueder, die dieses Hotel betreiben, haben wir durch Zufall in der Dadesschlucht getroffen. Dort hat er uns einen "Spezialpreis" gemacht. Da diese Unterkunft auch im Reisefuehrer aeuszerst positiv beurteilt wurde, haben wir uns kurzerhand dazu entschieden, einige Tage hier zu bleiben. Morgen Abend werden wir mit einem Dromedar ca. 2 Stunden in die Wueste reiten und dort uebernachten, ja ich weisz, das arme Tier. 

Aber alles der Reihe nach. Wir waren bis heute Morgen zwei Tage auf einem sehr schoenen und komfortablen Campingplatz in Goulmima. Der Ort selbst ist nicht weiter erwaehnenswert, sehr wohl aber die Umgebung. Wir sind durch die Todraschlucht gefahren, von dort Richtung Dadesschlucht, da wir dort jedoch schon waren sind wir weiter Richtung Norden ueber Msemrir, Agoudal, Ait-Hanit weiter Richtung Amellago von dort zurueck nach Goulmima. Es waren insgesamt 369 Kilometer, davon ca. 160 Kilometer zum Teil schwierige und steile Schotterpiste die uns bis auf 2960 Meter fuehrte und eher einem Eselspfad glich als einer Strasze. Fuer Insider: Das war echt tricky tricky der feinsten Sorte, aber es ist alles heil geblieben. Aber die Landschaft, einfach der Wahnsinn.

Die "wuesten Fotos" kommen dann spaeter, die muessen ja erst noch gemacht werden.  Aber weil Ihr es seid hier schon mal eins zum anfuettern . 

An dieser Stelle moechten wir uns noch einmal fuer die ganzen netten Gruesze aus der Heimat bedanken. Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden.

15. April 2011

Wir sind jetzt seit zwei Tagen in unserer wirklich tollen Unterkunft, nur 600 Meter von den Sandduenen des Erg Chebbi entfernt.

 

In diesem Ort wohnen wir. Da soll mal einer sagen, in Deutschland nehmen wir alles so genau. .... wir meinen, es ist zwanzig Meter weiter ....

Gestern haben wir tagsueber etwas die naehere Umgebung erforscht und sind bis runter nach Taouz, unmittelbar an der algerischen Grenze gefahren. Auf dem Weg dorthin haben wir allerdings erfahren muessen, dass unsere super Moppeds sich zwar hervorragend fuer Schotter und sonstige schlechten Straszen eignen aber wirklich ueberhaupt nicht fuer den unheimlich weichen und sehr tiefen Wuestensand.

 

Zweimal hat Piet sie aufheben muessen, Jutta hat sich einmal so tief eingegraben, dasz sie nicht mehr umfallen konnte. Alles ist ganz geblieben. Wir hatten einen heiden Spasz und dabei geschschwitzt wie die ........ .  

Am spaeten Nachmittag sind wir dann mit dem Vater unserer Hausherren samt Dromedaren in die Duenen geschaukelt.

Piet bekam das Braune zugewiesen. Er taufte "das arme Tier" schon auf dem Hinweg "Emma", weil es bergauf so schnaufte wie die Dampflok von "Jim Knopf" .

 

Hier seht ihr zwei Kamele und zwei Dromedare 

Das wirkt auf dem Foto nur so als wuerde Piets Dromedar so gezogen.  

Dort haben wir dann in einer echten Berberunterkunft uebernachtet. Das war mal rustikal, nicht extra fuer Touris hergerichtet wie von den organisierten Touren der groszen Hotels, sondern wirklich authentisch.

 

Auf dem Hinweg blies allerdings ein maechtiger Wuestenwind der uns zum singen animierte. Statt "oh what a feeling" sangen wir "oh what a peeling"  . Aber insgesamt doch ein Riesenerlebnis dasz wir dort hatten, waren aber auch froh, als wir dann heute morgen unsere Dusche wieder hatten. Wir wissen jetzt auch, warum seine Soehne unseren Begleiter "Desert-GPS" nennen, einfach unglaublich wie man sich in den zig Kilometern Sandduenen, die bis zu 150 Metern hoch sind, so auskennen kann.

 

Morgen werden wir dann in der Fruehe unsere Motorraeder packen und unser naechstes Etappenziel, das Draa-Tal, ansteuern. Unsere beabsichtigte Fahrtroute wird ca. 280 Kilometer lang sein, davon wird es ca. 160 Kilometer durch die Geroellwueste der Sahara ueber Piste gehen.

20. April 2011

Hallo Ihr Lieben zu Hause, da sind wir wieder, allerdings derzeit an einem Rechner, der an die Urzeiten des Computers erinnert. Von daher, muessen Bilder nachgeliefert werden.

Wir haben nun den marokkanischen Teil der Sahara von Ost nach West durchquert und befinden uns derzeit in Sidi Ifni am suedlichen Atlantik Marokkos. Unsere Fahrtroute fuehrte uns zunaechst durch das Draa-Tal, dann haben wir wie beabsichtigt die Geroellpiste angesteuert, da diese jedoch nur aus recht tiefen Querrillen im Abstand von ca. 30cm bestand, haben wir nach gut 20 Kilometern wieder den Rueckweg in Richtung Asphalt angetreten, weil das Fahren auf dieser Waschbrettpiste beim besten Willen keinen Spasz machte, und Spasz wollen wir ja haben. Dass diese Entscheidung klug war, sollte sich eine knappe Stunde spaeter herausstellen, als das Wetter zum Nachmittag hin wieder umschlug, und uns wieder einmal ein maechtiger Sandsturm um und durch die Ohren und Unterhose blies; (oh what a peeling)

 

Hier sollte man im Hintergrund die Stadt Zagora erkennen, aber ihr seht nur Sand.

Wir haben dann nach wirklich anstrengenden 361 Kilometern in Tata, das liegt zwischen dem Anti-Atlas und der Sahara, einen Uebernachtungsstop eingelegt und uns ein Hotel gesucht. Dies hatte zum Glueck eine Alkohollizenz, denn der Sand musste mit reichlich Flag-Spezial Braeu runter gespuelt werden. Am naechsten Tag sind wir dann bei Kaiserwetter weiter bis zum Atlantik. Wir haben in Sidi Ifni ein schoenes Appartement, nur 10 Meter vom Strand entfernt, bekommen.

 

Nach viel Wuestensand der erste Blick auf's Meer ... und was fuer einer ...

Kleine Rundreise am naechsten Tag

Strandspaziergang bei Ebbe war natuerlich auch Pflicht

Das ist mal Zimmer mit Meerblick und das fuer ca. 7 Euro pro Nase.

Hier bleiben wir erst einmal 3 Tage bevor wir dann zum naechsten Etappenziel, dem Anti-Atlas, aufbrechen. Dabei soll es sich laut Reisefuehrer um die landschaftlich schoenste Gegend Marokkos handeln. Na da sind wir aber mal gespannt, wie das Bisherige getopt werden soll. Aber bis dahin werden wir noch einige Tajines essen und die einzige Bar des Ortes mit Alkohollizenz besucht haben.

Bevor dieser Rechner Piet komplett in den Wahnsinn treibt  und das einzige Internet-Kaffee in Sidi Ifni dem Erdboden gleich gemacht ist, grueszen wir noch mal recht freundlich  und liefern die Bilder beim naechsten Stop nach. Also Ihr Lieben bis bald. Wir haben so viieel Spasz in den Backen, dass uns das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht geht.

(Eins muessen wir noch los werden. In unserer Appartementanlage befindet sich ein Tscheche, ebenfalls mit einer GS 1200-Adventure gleiches Baujahr wie Piets, allerdings schon 100.000 Kilometer auf dem Buckel. Der befindet sich voll bepackt auf dem Weg nach Suedafrika. Irgendwie fuehren wir abends beim Bier komische Gespraeche ueber Visa durch Mauretanien, Senegal, Tansania ..... . Na ja sind ja nur Gedanken. Aber auf der Weltkarte sind das echt nur 11cm ) So jetzt aber Tschooee.

So, Ihr Lieben Wir wuenschen Euch allen wirklich frohe Ostern gehabt zu haben. Wir moechten uns an dieser Stelle fuer die vielen netten Ostergruesze bedanken. An uns ist dieses Fest voellig unbemerkt vorbeigegangen, obwohl wir den Ostermontag sicherlich nie vergessen werden. Aber dazu spaeter mehr, alles der Reihe nach.

Und weil wir wieder mal an Eure zarten Scrollfingerchen denken, gibt es fuer den Anti-Atlas und den Rueckweg zur Faehre wieder eine neue Seite.

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