17. Tag  -  24. Mai  -  431 Kilometer

Von Apulien ging es quer Beet durch die Berge nach Kalabrien. Wir fuhren zunächst durch Olivenhainen, kleine asphaltierte Strässchen schlängelten sich über Kilometer hinweg durch die Olivenberge Apuliens. Vorbei an den kleinen Trulli Häusern, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts einmal die Unterkünfte der armen Leute waren und die mittlerweile aufwendig renoviert zu teilweise luxuriösen Fereinwohnung umgebaut wurden. Ihre Rundbauweise mit Steindächern, komplett ohne Mörtel gebaut ist nur selten anzutreffen in Europa. In Kalabrien endete unsere Tour an diesem Tag in Spezzano della Silva, einem kleinen Ort, an einem Abhang gelegen. Der Weg dorthin, war landschaftlich eine Wucht, allerdings sind wir nicht immer dort lang gefahren, wo wir gerne lang gefahren wären, da, wie schon erwähnt, Frau Garmin sich mit Süditalien einfach nicht arrangieren wollte. So wurde es eine kleine Irrfahrt, bei der wir doch des öfteren einen Blick auf die gute alte Landkarte werfen mussten. In Kalabrien ist auffallend, das die Anzahl der Hotels und Pensionen doch recht übersichtlich ist, entfernt man sich von der Küste ist es gar nicht so einfach eine Unterkunft zu finden. Wir sind dann in einem netten alten Hotel abgestiegen, in dem wir die einzigen Gäste waren. Es war wirklich nett dort, aber meiner Ansicht nach etwas zu teuer für das Gebotene.

 

18. Tag  -  25. Mai  - 431 Kilometer

Heute ging es zu einem Etappenziel. Ich wollte unbedingt zur Straße von Messina. Immerhin habnen dort schon die alten Kreuzritter auf den Weg in den Orient übergesetzt. Wir sind kreuz und quer durch die Berge Kalabriens dorthin. Eine traumhafte Tour. Oberhalb der Straße von Messina haben wir eine nette Stelle gefunden, von der man eine schöne Aussicht über die Seestraße hatten. Dort war auf jeden Fall mehr Verkehr als während unserer Fahrt heute in den Bergen. Leider war der Ätna trotz ansonsten strahlend blauem Himmel in Wolken gehüllt. Zurück fuhren wir wieder durch die Berge. In der Nähe von Amantea sind wir dann Richtung Küste gefahren. Wir rechneten uns dort einfach bessere Chancen aus eine Unterkunft zu bekommen. Unmittelbar an der Küstenstraße haben wir es uns dann in einem Motel in der Nähe von Amantea gemütlich gemacht. Die Zimmer waren einfach und sauber. Das Haus war nur durch die, zumindest tagsüber, viel befahrene Küstenstraße vom riesigen und einsamen Strand getrennt. Also genossen wir mit Blick auf das thyrrhenische Meer und der untergehenden Sonne draußen sitzend gezapftes eiskaltes deutsches Bier und aßen hausgemachte Pasta mit frischen Meeresfrüchten. Also da ging es uns mal richtig gut. Man braucht ja wirklich nicht viel um glücklich zu sein, hauptsache es ist gut. yesyesyescheeky

 

19. Tag  -  26. Mai  -  268 Kilometer

Es ging es vom thyrrhenischen Meer ins Inland, über eine äußerst kurvenreiche Strecke, die sehr viel Spaß machte, zumindest bevor das Gewitter einsetzte. Es goss in Strömen, und der Wind blies uns orkanartig um die Nase. Gott sei Dank war das Unwettter dann auch genauso schnell wieder vorbei, wie es begonnen hatte. In einem kleinen Bergdorf, welches auf den Namen Acquaformosa hört, haben wir eine kleine Kaffepause eingelegt. In eine Espressobar mit gerade mal vier Sitzplätzen gegenüber der Dorfkapelle haben wir uns neidergelassen. Dieser kleine Kaffestop führte dann dazu, dass der Barbesitzer den Schlüssel der Dorfkapelle organisierte, damit wir uns Diese einmal anschauen konnten. Und diese kleine Kapelle hatte es wirklich in sich. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Decke und die Wände der Kapelle sind über und über mit goldenen Mosaiken versehen. Wirklich unglaublich. Anderswo hätte man vermutlich wieder Eintritt bezahlen müssen, hier hat ein Espresso für 90 Eurocent gereicht. Nachdem man uns erklärte, dass der albanische Freiheitsheld Skanderbeg auch in Acquaformosa mit einer Statur geehrt wurde, die unmittelbar gegenüber der Kapelle aufgestellt wurde, weil er die Region militärisch unterstützte, machten wir uns weiter auf den Weg in Richtung Norden. Wir fuhren wieder zur Küste und machten in Maratea halt, wo wir uns ein kleines Hotel suchten. Auf dem Weg nach Maratea fällt sofort die riesige Chritusstatue auf dem Berg auf, die ein wenig an die in Rio erinnert. Im Hotel war bemerkenswert. dass das Bier äußerst "frisch" war. Jedesmal wenn wir uns eins bestellten, fuhr der Wirt mit seinem Auto los und besorgte uns je eine Flasche eiskaltes Bier. Nach drei Runden wurde ihm das zuviel, und es wurde ein Jugendlicher mit seinem Mofa losgeschickt. Nach weiteren drei Runden hatten wir Mitleid und stiegen auf Wein um. Wir waren die einzigen Gäste, und so blieb die Wahl beim Essen zwischen Fisch gebraten oder gekocht. Wir bestellten gebraten und bekamen gekocht. Der Wirt gesellte sich noch im Gastraum dazu und dachte er macht uns eine Riesenfreude, als er in Seppelhut und Wiesnoutfit in den Raum kam und nur noch bayrische Blasmusik laufen lies. Machte er aber nicht. Dafür kam in der Nacht das Unwetter wieder.

 

 

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